Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderhospitals Osnabrück sowie 15 Schülerinnen der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegeschule des Kinderhospitals waren Teil von insgesamt 130.000 Demonstranten am Donnerstag, dem 25. September 2008 auf der Großdemonstration am Brandenburger Tor in Berlin.
Das Aktionsbündnis „Rettung der Krankenhäuser" hat aufgerufen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Berufsgruppen aus den Krankenhäusern des Bundesgebiets waren dem Aufruf gefolgt. Es galt, unter dem Motto „Der Deckel muss weg" gegen die drohende Finanznot der Kliniken zu protestieren.
Nicht tatenlos zusehen, sondern für eine bessere finanzielle Situation eintreten, war dann auch das Motto der Teilnehmer aus dem Kinderhospital Osnabrück. Nach einer langen Anreise erreichten alle pünktlich die Kundgebung zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Etwas müde, aber durchaus kämpferisch schlossen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderhospitals der Großdemonstration an.
Die Hintergründe sind im Wesentlichen bekannt und können unter „www.der-deckel-muss-weg.de" nachgelesen werden: Es wird für Krankenhäuser zusehends schwerer, laufende Kosten gedeckt zu bekommen. Ob Personalkosten, medizinische Einmalartikel oder Energiekosten – die Lage ist ernster denn je, Schätzungen zu Folge schreibt jede dritte Klinik rote Zahlen. Das Kinderhospital Osnabrück ist zwar aktuell noch nicht betroffen, hier drohen aber auch Defizite. Gefordert wird schnelle Hilfe gegen das seit Jahren gedeckelte Budget (den Erlösdeckel auf dem Dampfkochtopf), dessen Auswirkungen letztendlich der Patient zu spüren bekommt. Höhere ungedeckte Kosten bedeuten zwangsläufig weniger Personal zu Lasten der Pflege und Versorgung. Auch das neue Angebot von Ministerin Schmidt fängt die steigenden Kosten nicht ausreichend auf, allein steigende Tarife verursachen deutlich höhere finanzielle Belastungen.
So machten auch die Redner bei der Großdemonstration keinen Hehl aus der Ablehnung des Angebots der Bundesregierung und malten eben jene Folgen der gegenwärtig verfehlten Politik als düstere Zukunftsvision aus. Nicht Schwarzmalerei, sondern akute, bereits jetzt reale Bedrohung der Krankenhäuser, so der Tenor der Ansprachen von Dr. Rudolf Kösters (Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft), Christian Ude (Präsident des Deutschen Städtetages), Frank Stöhr (2. Vorsitzender des Deutsch Beamtenbundes und Tarifunion), Frank Bsirske (Vorstand ver.di), Rudolf Henke (1. Vorsitzender Marburger Bund), Marie-Luise Müller (Präsidentin Deutscher Pflegerat) und Frank Ulrich Montgomery (Vizepräsident der Bundesärztekammer). Nach 2 ½ Stunden war die Kundgebung beendet. Bemerkenswert: Die Veranstalter hatten auf 60.000 bis 70.000 Besucher gehofft. Das letztendlich doppelt so viele nach Berlin gekommen waren, ließ die Veranstaltung zur größten Demonstration im Gesundheitswesen werden. Grund zur Freude, aber nicht unbedingt Grund zu Optimismus.

Die Mitarbeiter des Kinderhospitals an der Sammelstelle. Im Hintergrund das Bundeskanzleramt.