Kinder- und
Jugendmedizin

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Wie erfolgt die Betreuung der Eltern und Geschwister?

1. Betreuung der Eltern und Geschwister in der Abteilung für Kinderheilkunde und Jugendmedizin

Anders als in vielen Kinderkliniken üblich, erlauben wir auch Besuche von Kindern bzw. Jugendlichen auf den Stationen, wobei wir vorwiegend an Geschwister, aber auch an wirklich gute Freunde/innen denken.

Bitte bedenken Sie dabei, dass akut kranke Kinder bzw. Jugendliche nicht nur Besuch, sondern auch Ruhe benötigen.

Da unsere Zimmer z.T. nur begrenzten Platz für Besucher bieten, bitten wir Sie insbesondere zu den kälteren Jahreszeiten, wenn man nicht auf das Außengelände ausweichen kann, nicht mit mehr als zwei Besuchern zugleich zu kommen.

Nicht bettlägerige Kinder können sich mit Geschwistern oder Freunden auch in den Hallen, evtl. im Spielzimmer oder - im Sommer - auf unseren Spielplätzen treffen.

Kinder mit fieberhaften Infekten, Hautausschlägen oder solchen, die Kontakt mit Masern und Windpocken gehabt haben, dürfen auf keinen Fall auf die Stationen. Wir bitten die Eltern, dafür zu sorgen, dass die mitgebrachten Kinder auf den Stationen keinen Unfug anstellen, nicht weglaufen und sich nicht anstecken. Die Besucherkinder können nicht von den Schwestern beaufsichtigt werden.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir in den Zimmern keine Fernsehapparate haben möchten, da diese den Rhythmus bettlägriger Zimmergenossen beeinträchtigen. Über Ausnahmen kann bei länger liegenden, älteren Kindern und Jugendlichen mit der Stationsschwester gesprochen werden. Fragen Sie bitte vorher, wenn Sie dem Kind etwas zu essen mitbringen wollen. Wenn möglich, sehen Sie sich mit Ihrem Kind schon vorher die Station an und sprechen Sie mit den Schwestern. Sie und Ihr Kind werden bei der Aufnahme weniger ängstlich sein, wenn Sie alles schon kennen.

Das gesamte Kinderhospital ist Nichtraucherzone. Im Kinderhospital sind die Besuchszeiten nicht eingeschränkt. Auch auf der Frühgeborenen- und Intensiv-Station sind Besuche möglich und erwünscht.

Alle Kinder sollten, wenn es irgend geht, jeden Tag Besuch bekommen. Gut ist es, wenn Sie die Zeiten Ihres Besuches vorher mit den Schwestern der Station absprechen. Dabei kann auch gleich geklärt werden, ob Sie Ihr Kind selbst wickeln, pflegen und füttern wollen.

Praktische Ratschläge für die begleitenden Eltern

Ihre Hilfe bei der Pflege:

Je nach Schwere der Krankheit können Sie in Absprache mit dem Pflegepersonal einen Teil der Pflege Ihres Kindes selbst übernehmen (Baden, Waschen, Wickeln eines Säuglings, Toilette). Sprechen Sie aber über alles, was Ihnen dabei auffällt, mit einer Schwester oder dem Arzt. Machen Sie sich gegebenenfalls Notizen. Da Stuhlgang und Urin auch im Krankenblatt vermerkt werden, sollten Sie Information dazu immer ans Pflegepersonal weitergeben.

Sie können uns in Zusammenarbeit mit den Schwestern eine große Hilfe sein. Die Schwestern freuen sich über guten Kontakt zu Ihnen und jede Hilfe. Bitte beachten Sie die Anweisungen der Ärzte und Schwestern sorgfältig. Geben Sie Ihrem Kind mitgebrachte Speisen nur mit Genehmigung der Stationsschwester. Behilflich können Sie auch dadurch sein, dass Sie das Bett Ihres Kindes sowie das Zimmer in Ordnung bringen. Ihr eigenes Bett müssen Sie selbst richten.

Ihre Hilfe bei den Untersuchungen:

Ihre Ruhe, Geduld und Ihr Vertrauen zum Arzt und den Schwestern übertragen sich bei den Untersuchungen auch auf Ihr Kind. Manchmal ist eine schmerzhafte oder unangenehme Maßnahme nötig. Hier können Sie besonders durch Ermunterung und beruhigende Gelassenheit Ihr Kind unterstützen. Sie kennen es ja von zu Hause. Sind Sie mutlos und ungeduldig, verhält sich Ihr Kind auch rasch so. Dagegen fördern Ihre Tatkraft und ermunternde Mithilfe die Selbstheilungskräfte Ihres Kindes.

Ihre Anwesenheit im Zimmer:

Für Ihr Kind ist Ihre Anwesenheit im Zimmer beruhigend. Sie brauchen aber deswegen nicht ständig am Bett zu stehen, sondern können, wie zu Hause auch, Ihr Kind seinem eigenen Spiel- und Ruhebedürfnis überlassen. So können Sie auch ein wenig ausruhen, lesen oder stricken. Wenn Sie das Zimmer verlassen, so erklären Sie bitte Ihrem Kind, wann Sie wieder zurückkommen werden und halten Sie Ihr Versprechen auch ein. Melden Sie bitte Ihr Weggehen und Ihre Rückkehr der Schwester. Das gilt natürlich auch, wenn Sie mit Ihrem Kind einen Spaziergang im Krankenhausgelände machen oder auf den Spielplatz gehen. Das Krankenhausgelände dürfen Sie dabei aus versicherungstechnischen Gründen nicht verlassen.

Kontakte mit anderen Kindern:

Hat Ihr Kind keine ansteckende Krankheit, lassen Sie es ruhig mit den anderen kleinen Mitpatienten der Station spielen. Erfahrungsgemäß fördert dies die rasche Eingewöhnung und Genesung Ihres Kindes. Wenn Sie möchten, können auch Sie selbst sich der anderen Kinder, deren Mütter nicht anwesend sind, ein wenig annehmen. Sie bereiten ihnen damit eine Freude. Betreten Sie aber bitte andere Krankenzimmer und sonstige Räume der Station nicht ohne Rücksprache mit der Schwester.

Ihr Kind hat sich eingewöhnt:

Wenn sich Ihr Kind an die neue Umgebung gewöhnt hat, ist Ihre ständige Anwesenheit in der Regel nicht mehr erforderlich. Sie dürfen dann auch etwas an sich selbst denken. Gehen Sie beruhigt spazieren, machen Sie Besorgungen, schauen Sie daheim nach dem Rechten.

Manche Eltern gehen nach den ersten Tagen der Eingewöhnung ihres Kindes wieder nach Hause. Denn da bleibt ja auch allerhand liegen. Da das Kind die Umgebung und die Schwestern nun schon gut kennen gelernt hat, genügt dann auch Ihr Besuch. Die kleinen Patienten können mit den anderen Kindern spielen und auch das Spielzimmer besuchen. Da können sie sogar richtig aufblühen

Unsere Angebote zum Gespräch:

Der Stationsarzt informiert Sie bei der täglichen Visite über das Befinden Ihres Kindes und die notwendigen medizinischen Untersuchungen und Behandlungen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn der Arzt nicht jederzeit außerhalb der Visitenzeiten zu sprechen ist. Er hat für viele kranke Kinder zu sorgen. Sie können sich mit Ihren Fragen auch an die Stations- oder Zimmerschwester wenden.

Neben diesen Gesprächen bieten wir auch eine psychologische Mitbetreuung an. Haben Sie Fragen dazu, so sprechen Sie den Stationsarzt an. Er kann die Kontaktaufnahme zu unserem psychosozialen Team gerne herstellen. In besonderen Situationen vermitteln wir Ihnen gerne auch einen Kontakt zu unserer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Abteilung.

Private Telefongespräche:

In den Krankenzimmern finden Sie unsere Chipkarten-Telefone. Damit können Sie jederzeit nach draußen telefonieren. Chipkarten erhalten Sie am Automaten in der Eingangshalle. Dort stehen auch zwei öffentliche Telefonapparate zur Verfügung.

Was zur Beschäftigung mitgebracht werden kann:

Bei Schwerkranken reicht es oft, nur still dabei zu sein, die Hände zu halten, zu streicheln, vielleicht ein wenig zu erzählen. Mit lebhafteren, nicht so schwer betroffenen Kindern kann man Bilderbücher betrachten, malen, ausschneiden, spielen oder ihnen vorlesen. Denken Sie bitte auch immer an die Kinder in den Nachbarbetten ohne Besuch, die ruhig mit ins Gespräch oder in Spiele einbezogen werden können. Bringen Sie nicht zu viel Spielzeug mit, dafür Sachen, mit denen sich Kinder länger beschäftigen können, für ältere Kinder auch Bücher zum Lesen. Vergessen Sie bitte nicht, ab und zu diese Sachen auch mit nach Hause zu nehmen.

Am schwierigsten ist der Abschied. Bereiten Sie Ihr Kind darauf vor. Sagen Sie ihm vielleicht zehn Minuten vor Ablauf des Besuches, dass Sie bald gehen müssen. Versichern Sie, dass Sie am nächsten Tag wiederkommen - aber das nur, wenn Sie Ihr Versprechen auch halten können. Falsche Versprechungen, Notlügen und Verharmlosungen helfen nie lange, man macht sich am Ende nur unglaubwürdig. Wenn Ihr Kind beim Abschied weint, denken Sie daran, dass Tränen eine befreiende Wirkung haben. Der Abschiedsschmerz schwindet meist nach kurzer Zeit. Man kann dem Kind den Abschied erleichtern, indem man ihm ein hübsch verpacktes Mitbringsel erst beim Weggehen gibt. Das tröstet und lenkt ab.

2. Betreuung der Eltern und Geschwister in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie

Bei stationärer Aufnahme in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sollen die Eltern soweit bei ihren Kindern bleiben können, wie es für den Gesundungsprozess wichtig ist. Es besteht die Möglichkeit, ein Elternteil mit aufzunehmen oder die Eltern durch häufige Besuche und Teilnahme an Therapieveranstaltungen eng einzubeziehen. Bei manchen Kindern bzw. Jugendlichen genügt es auch, sie nur tagsüber oder für die Nacht aufzunehmen.

Bei einigen typischen Krankheitsbildern kann es aber wichtig sein, dass die Kinder und Jugendlichen bzw. Angehörigen jeweils für sich zur Ruhe kommen. Den richtigen Weg werden die Therapeuten und Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes mit Ihnen als Familie gemeinsam entwickeln und vereinbaren.

In der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Abteilung sollten die Besuchszeiten grundsätzlich mit den zuständigen Ärzten, Psychologen und Mitarbeiter des Pflege- und Erziehungsdienstes abgesprochen werden.

 
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