„Nicht nur ich habe Hausaufgaben, auch Sie“, sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr. Gemeint war die Leitung des Kinderhospitals, die beim Besuch des Ministers ihre Sorge über das neue Psychiatrieentgeltgesetz äußerte.

 

 Beeindruckt vom Kinderhospital zeigte sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (vorne rechts) bei seinem Besuch in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Foto: Gert Westdörp

Genau geht es um die 25-Minuten-Therapieeinheit, ab der künftig erst eine Leistung bezahlt werden soll. Die Fachleute von der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Schölerberg äußerten Bedenken, weil einige ihrer jungen Patienten gar nicht in der Lage seien, 25 Minuten eine Therapie durchzuhalten. Das neue Gesetz sei nicht in Stein gemeißelt, antwortete der FDP-Politiker. Vielmehr sei sein Ministerium sehr an Expertenerfahrungen interessiert. Sie in Berlin vorzutragen, gab Bahr den Osnabrückern als Hausaufgaben auf.

Seit der Eröffnung des Christlichen Kinderhospitals im Stadtzentrum ist das Kinderhospital am Schölerberg nun ein Zentrum für Entwicklung und seelische Gesundheit. Zu den 53 Planbetten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es ein sozialpädiatrisches Zentrum und eine Institutsambulanz, erläuterte der Ärztliche Direktor Dr. Gerd Patjens. Mit 1200 Patienten pro Quartal sei es die größte Ambulanz Niedersachsens.

Im vergangenen Jahr habe das Osnabrücker Haus zudem die Pflichtversorgung für den Landkreis Diepholz übernommen, in dem es bisher keine psychiatrische Versorgung für Minderjährige gegeben habe. Dort werde eine Tagesklinik aufgebaut.

Gebaut wird auch am Schölerberg: Seit dem Auszug der Pädiatrie bietet der Standort bessere Möglichkeiten für die Psychiatrie. Fast fertig ist die Station 1 für besonders schutzbedürftige Kinder und Jugendliche, sagte Verwaltungsdirektor Wilfried Siemering während eines Rundganges mit dem Minister. Sie biete seine deutliche Verbesserung für Patienten und Belegschaft.

Bahr zollte dem Kinderhospital seine Anerkennung – nicht allein für die Arbeit, sondern für die Trägerschaft durch den Kinderhospital-Verein: „So etwas ist äußerst selten.“

(Ausgabe: Neue Osnabrücker Zeitung / Veröffentlicht am: 08.10.2012)

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