Es ist normal verschieden zu sein
Ziele des Fördervereins der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Seelische Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten der Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Erhebungen des Robert-Koch-Instituts in Berlin zur Kinder- und Jugendgesundheit belegen: „20 % der Kinder in der Bundesrepublik Deutschland weisen psychische Auffälligkeiten auf und 10 % sogar deutlich erkennbare zu Tage tretende Störungen".

Experten rechnen damit, dass bis zum Jahre 2020 international die psychischen und psychosomatischen Erkrankungen im Kindesalter um mehr als 50 % zunehmen. Die Situation ist alarmierend. Psychische Störungen verursachen erhebliches Leid bei den Betroffenen und ihren Familien und können die sozialen Beziehungen, den Bildungserfolg, die beruflichen Möglichkeiten und den gesamten Lebensweg negativ beeinflussen.

Obwohl es inzwischen gute Möglichkeiten der Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung gibt, werden seelische Probleme von Kindern und Jugendlichen zu häufig gesellschaftlich verschwiegen, zu spät erkannt oder nicht ausreichend behandelt. Noch immer gelten sie als Makel und Tabu. Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen werden bis heute gesellschaftlich ausgegrenzt, finanziell schlechter gestellt und in ihrer Selbstbestimmung beschränkt. Es erfolgt eine Benachteiligung gegenüber gesunden wie auch körperlich erkrankten Menschen. Noch immer ist viel zu wenig bekannt über Vorkommen, Ursachen, mögliche Hilfen und Behandlungsformen. Psychische Erkrankungen sind mit Vorurteilen, mangelnden Kenntnissen und Desinformation belastet.

Ein Ziel des Vereins soll es sein durch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit der weiteren Stigmatisierung entgegenzuwirken und Veränderungen zu Einstellungen und Haltungen der Bevölkerung zu dieser Thematik zu bewirken.

Je nach Alter und Entwicklungsstadium der Kinder und Jugendlichen stehen unterschiedliche Störungen und Erkrankungen im Vordergrund. Dabei gibt es folgende grundlegende Problembereiche:

  • Emotionale Probleme, dazu zählen Ängste, depressive Symptome, Essstörungen, Somatisierungsstörungen (d.h. der Ausdruck von emotionalen Problemen in körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen).
  • Verhaltensauffälligkeiten im Sinne von abweichendem und insbesondere auch aggressivem Sozialverhalten gegenüber anderen in Form von Opposition, Prügeln, Wutausbrüchen, Ungehorsam, Lügen und Stehlen oder eine hyperaktive Störung, die gekennzeichnet ist durch situationsübergreifende ausgeprägte motorische Unruhe, Ablenkbarkeit, Impulsivität und unüberlegte Handlungen.
  • Soziale Probleme, wie z.B. Probleme mit Gleichaltrigen, Kontaktschwierigkeiten, d.h. von anderen isoliert sein, keinen guten Freund haben, nicht geliebt sein, gehänselt werden oder besser mit Erwachsenen als mit Gleichaltrigen auskommen.
  • Seltene psychische Erkrankungen wie frühkindlicher Autismus, affektive und schizophrene Psychosen, die zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensbewältigung führen können oder Verhaltensauffälligkeiten nach hirnorganischen Erkrankungen, wie Schädel-Hirn-Trauma oder bei geistiger Behinderung.
  • Psychische und Verhaltensprobleme durch psychotrope Substanzen wie Alkohol, Cannabis und den Konsum anderer Substanzen stellen ebenfalls im Jugendalter ein häufiges Problem dar.

 

Der Symptomkatalog umfasst insgesamt eine Vielzahl von unterschiedlichen seelischen Störungen und Erkrankungen, die, wenn sie rechtzeitig erkannt werden, gut behandelt werden können. Sie sollten möglichst frühzeitig wahrgenommen werden, um darauf angemessen zu reagieren und nicht erst dann, wenn es schon fast zu spät ist (zitiert: Achtung! Kinderseele, Stiftung für psychische Gesundheit von Kindern).

Im Kinderhospital gibt es seit 1979 die Kinder- und Jugendpsychiatrie, die sich im Laufe der Zeit ständig weiter entwickelt hat. Aktuell werden in der Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und Psychosomatik 53 Betten einschließlich 11 Tagesklinikplätzen vorgehalten. Es gibt zwei Kinderstationen, eine Jugendlichenstation und eine Krisenstation für Notfallaufnahmen und eine kinder- und jugendpsychiatrische Tagesklinik. Ergänzt wird der stationäre Bereich durch eine Institutsambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie, in der Kinder und Jugendliche ambulant vorgestellt werden. Jährlich werden ca. 400 Kinder und Jugendliche stationär und ca. 5.000 Patienten ambulant behandelt.

Etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen sich um das Wohlergehen der Patienten und deren Eltern. Das Krankenhaus beschäftigt Beschäftigungstherapeuten, Heilpädagoginnen, Ergotherapeutinnen, Erzieherinnen, darüber hinaus Ärzte, Sozialpädagogen, Psychologen, Kaufleute, Handwerker, Köchinnen, Psychotherapeuten, Sekretärinnen, Familientherapeuten, Sozialarbeiter, Psychiater, Verwaltungsfachleute und bilden Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in Kooperation mit der Universität Osnabrück aus (männliche und weibliche Mitarbeiterinnen gibt es in fast allen Berufsgruppen).

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Kinderhospitals Osnabrück ist zudem als Klärungsstelle für den Landkreis Diepholz zuständig. Seit Januar 2013 ist eine neue Tagesklinik im Landkreis Diepholz in Eydelstedt an den Start gegangen.

Der Förderverein verfolgt folgende konkrete Ziele:

1. Aufklärung und Information zum Thema seelische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

  • Vortragsveranstaltungen
  • Verschiedene öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen
  • Medienbeiträge in Presse, Funk und Fernsehen

 

2. Unterstützung der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie durch Spenden und Sponsoren

  • Zur Finanzierung von besonderen therapeutischen und pädagogischen Maßnahmen, die außerhalb des Pflegesatzes liegen
  • Zur Anschaffung von besonderen Gegenständen zur Unterstützung therapeutischer und pädagogischer Maßnahmen
  • Finanzierung von Freizeitangeboten für die Patienten.

 

Bei Fragen zum Verein bzw. zum Beitritt wenden Sie sich gerne an den Vorsitzenden des Fördervereins Herrn Dr. Ludwig Schulze (05 41 5602-0).

Über Spenden und Beiträge freuen wir uns sehr!

Sparkasse Osnabrück
 IBAN: DE20 2655 0105 0000 0415 41
BIC: NOLADE22XXX

Wenn Sie eine Spendenbescheinigung wünschen, geben Sie bitte bei der Überweisung den Verwendungszweck sowie Ihre Adresse an.

 

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