Wo ist das Risiko für die Entstehung eines Teufelskreis der Lernstörungen besonders groß?

Da ist zunächst einmal die Gruppe der Kinder mit sog. Teilleistungsstörungen, also umschriebenen Entwicklungsrückständen, zu nennen. Hier ist die Gefahr besonders groß, weil nach wie vor Teilleistungsschwächen verkannt und als Nicht-Wollen interpretiert werden. Lernblockaden gehören typischerweise zum Symptombild einer Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) oder Dyskalkulie (Rechenschwäche). Aber auch bei Hochbegabten ist ein höheres Risiko festzustellen. Auch hier finden sich besonders feinfühlige Kinder, die sich oft unbewusst einen erheblichen Leistungsdruck machen (lassen).

Doch auch bei vielen anderen Kindern erreicht häusliches Üben oft nur den gegenteiligen Effekt. „Obwohl wir soviel geübt haben, ging im Diktat wieder alles daneben!“ heißt es oft. Statt dessen müsste es wohl heißen: weil so viel geübt wurde ... - warum? Gerade, wenn von der Klassenarbeit besonders viel abhängt und entsprechend geübt wurde, wird dadurch - natürlich ungewollt - ein hoher Erwartungsdruck erzeugt - „Nun muss es aber klappen!“ Dieser Über-Druck bringt nun leider nicht die notwendige Entspannung, sondern führt oft zu einer Blockierung, die dann den Misserfolg begründet - „Gestern habe ich noch alles gewusst ...“ Die schlechte Note im Diktat heizt nun diesen Teufelskreis weiter auf und der nächste Misserfolg ist programmiert! Was kann denn da überhaupt noch helfen?

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