Die Hilfsmittelversorgung bei Kindern mit Behinderungen ist eine herausfordernde Aufgabe und umfasst ein ausgesprochen breites Spektrum, von kleinen Alltagshilfen wie Griffanpassungen bis zu technischen Großgeräten wie Elektrorollstühlen. Hilfsmittel kommen v. a. in den Bereichen Aufrichtung, Mobilität, Transport, Lagerung, Pflege, Kommunikation, Aktivitäten des täglichen Lebens und Training zum Einsatz, hinzu kommen die „körpernahen“ Hilfsmittel wie Einlagen, Schienen (Orthesen) oder Korsette.

Die Hilfsmittelsprechstunde soll einen bestmöglichen Versorgungsprozess gewährleisten. Dieser beginnt mit der Beratung und Bedarfsermittlung, je nach Hilfsmittel oft gefolgt von einer Erprobung vor Ort oder zuhause. Nach Umsetzung der Versorgung ist diese abzunehmen und ggf. anzupassen, im weiteren Verlauf dann auch zu kontrollieren.

Das „Hilfsmittel-Team“ des SPZ ist ärztlich, physiotherapeutisch und ergotherapeutisch besetzt und zieht für die Sprechstunde meist Orthopädie- und/oder Reha-Techniker hinzu; dies erfolgt in Absprache mit den Familien, die natürlich die freie Versorgerwahl haben. Auch die behandelnden Therapeuten der Kinder sind willkommen.

Wir unterstützen die Familien auch in der Argumentation gegenüber den Kostenträgern, einschließlich Widerspruchsverfahren, bei von uns rezeptierten Hilfsmitteln.

Unser Ziel ist es, unsere Patienten zur Umsetzung eines angemessenes Behandlungsplans und für eine bestmögliche Teilhabe individuell mit den dazu benötigten Hilfsmitteln zu unterstützen, zugleich aber auch falsche und nicht zielführende Versorgungen zu vermeiden.

Im Auftrag des Christlichen Kinderhospitals Osnabrück führt das SPZ Nachsorgeuntersuchungen aller Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g durch, die in Osnabrück geboren wurden. Jene, die vor dem Ende der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt kamen, werden im Rahmen des Niedersächsischen Frühgeborenen-Nachsorgeprojekts nach einem vorgegebenen Protokoll im korrigierten Alter (bezogen auf den rechnerischen Geburtstermin) von 6 Monaten und 2 Jahren sowie mit 5 und 10 Jahren untersucht.

Für die betroffenen Frühgeborenen, die nach der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden, bieten wir Nachsorgen zu den gleichen Zeitpunkten an. Die Untersuchungen dienen der frühen Erkennung und Behandlung von Bewegungsstörungen, Entwicklungsstörungen oder später Verhaltens- oder Schulleistungsschwierigkeiten, für deren Entwicklung bei sehr unreifen Frühgeborenen ein erhöhtes Risiko besteht. Der erste Termin wird in der Regel bereits vor der Entlassung des Kindes aus der Betreuung des Christlichen Kinderhospitals durch die Kollegen dort vereinbart, zu den Folgeterminen lädt das SPZ die Eltern ein.

Natürlich können auch andernorts geborene Frühgeborene oder solche, die die ersten Untersuchungen nicht oder an anderer Stelle erhalten haben, bei uns angemeldet werden. Wir benötigen jeweils auch eine Überweisung durch den Kinderarzt und bitten darum, zum Termin vorhandene medizinische Unterlagen (Arztbriefe, gelbes Vorsorgeuntersuchungsheft u. a.) mitzubringen. Finden sich in unseren Untersuchungen Hinweise auf Entwicklungsverzögerungen, neurologische Störungen oder sonstige Auffälligkeiten, so können wir unsere Diagnostik jeweils erweitern, zusätzliche Termine anbieten und gezielte, auf das Kind abgestimmte Förderungs- und Therapiemöglichkeiten vorschlagen bzw. in Absprache mit den Eltern und evtl. anderen Institutionen erarbeiten. Somit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, um frühgeborenen Kindern auch im Verlauf beste Bedingungen für einen guten Start ins Leben zu erhalten oder zu schaffen.

 

Untersuchung

 

 

 

Im Rahmen der Versorgung der Kinder und Jugendlichen beraten und unterstützen wir die Eltern bei der Klärung von Ansprüchen nach dem Sozialgesetzbuch.

Hierzu gehören die Leistungen der Pflegeversicherung in Form eines Pflegegeldes, ergänzender Verhinderungspflege und zusätzlicher Betreuungsleistung sowie in Form geeigneter Entlastungsmöglichkeiten durch Kurzzeitpflegeinrichtungen und Kinderhospize.

Finanzielle Vorteile können Familien nutzen, wenn ein Antrag auf Feststellung einer Schwerbehinderung nach dem Schwerbehindertengesetz gestellt wird. Steuerermäßigungen vor allem bei der Einkommens- und Kfz-Steuer, verschiedene Ermäßigungen/Befreiungen z.B. im öffentlichen Nahverkehr entlasten die Familien spürbar. Im Alltag können verschiedene Parkerleichterungen von Nutzen sein.

In belastenden Lebenssituationen wünschen sich Eltern zur Stärkung ihrer Erziehungsarbeit geeignete Angebote der Jugendhilfe als stabilisierende Unterstützung.

Bei bestehender oder drohender Behinderung sind die Leistungen der Eingliederungshilfe der Sozialämter für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Schule, Freizeit, Wohnen) zu prüfen.

Die Vermittlung von Selbsthilfeorganisationen, Internetforen, Fachgesellschaften und spezifischen Beratungsstellen dienen der regionalen Vernetzung der Betroffenen, durch Angebote der Familienentlastenden Dienste, Freizeitdienstleistern und ehrenamtlichen Strukturen können tatkräftige Entlastungen organisiert werden.

Leider sind häufig Zuständigkeiten oder auch der effektive Umgang mit unseren Behörden, Institutionen und Kostenträgern nicht eindeutig, so dass ein „Wegweiser unseres Sozialsystems“ Eltern auch bei komplexen Fragestellungen wieder zu Akteuren machen kann.

Und manchmal hilft einfach ein erfahrener Rat bei der Vorbereitung anstehender Schritte oder wichtigen Entscheidungen.

 

 

Sozialdienst

  

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