In den folgenden Jahren gingen zwar immer wieder Spenden zu seinen Gunsten ein, so dass auch mittellose Kinder zu Lasten des Fonds aufgenommen werden konnten, aber die immer weiter verbesserte soziale Absicherung der Bevölkerung verbunden mit dem wachsenden Wohlstand ließ ihn praktisch zum Ruhen kommen. Jedoch waren noch Geldreste auf dem Sonderkonto, die sich durch die hohen Zinsstände durch die Jahre etwas vermehrten.
Als Herr Prof. von Mühlendahl 1990 die traditionsreiche Idee des Kinderhospital-Freibett-Fonds wieder aufnahm und fortführen wollte, konnte er auf einen bescheidenen finanziellen Fundus zurückgreifen. Durch seine Kontakte mit ausländischen Kliniken wurde er auf kranke Kinder aufmerksam, denen in ihrem Heimatland nicht mehr vernünftig geholfen werden konnte. So werden jetzt Kinder aus vielen Ländern aufgenommen, die schwerkrank mit Mehrfachverletzungen durch Kriegseinwirkungen oder in ihren Heimatländern nicht mehr behandelbaren Tumoren oder anderen komplizierten lebensbedrohlichen Erkrankungen zu uns kommen.
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Im Einverständnis mit den hiesigen Krankenkassen und in vollem Einvernehmen mit den Mitarbeitern des Hauses wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Wieder sind es die Bürger im Land, die durch ihre Hilfsbereitschaft und finanzieller Unterstützung unsere wichtige traditionelle Einrichtung mittragen. Und wieder werden aus vielerlei Anlässen Gelder gesammelt, die uns helfen zu helfen.
Bis zum 30. Juni 2011 wurde die Behandlung der Kinder aus dem Freibettfonds in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) des Kinderhospitals Osnabrück am Schölerberg durchgeführt. Seit dem Auszug der Pädiatrie zum 1. Juli 2011 werden diese Kinder im Christlichen Kinderhospital Osnabrück behandelt. Die Spenden aus dem Freibettfonds leitet das Kinderhospital Osnabrück am Schölerberg an das Christliche Kinderhospital Osnabrück weiter.
In seiner langen Geschichte hat der Fonds viele Höhen und Tiefen erlebt, aber immer wieder gab es Menschen, die bereit waren, diese gute Sache zu unterstützen. Am 4. Oktober 1878 sagte Herr Pastor Bartels in seiner Einweihungsrede des neuen Kinderhospitalgebäudes an der Clubstraße: „...wir rechnen nämlich auf die Unterstützung der vom Herrn mit irdischem Gut gesegneten. Noch sind wir nicht in der Lage, alle armen Kinder umsonst zu pflegen. Aber wenn sich nur acht Familien zusammen tun, und jede von ihnen täglich einen Groschen gibt, so sind die Kosten für ein armes Kind schon reichlich gedeckt“. Dieser Appell hat bis heute Wirkung gezeigt. Wenn auch die Kinder unseres Landes in sozialer Sicherheit aufwachsen können, so sehen wir auch die Not der Kinder außerhalb unserer Landesgrenzen. Wir meinen, dass wir überall dort Kindern helfen müssen, wo wir es können, denn in ihnen liegt doch unsere ganze Zukunft.